Eine Marke ist mehr als nur ein lustiger Name – für die meisten Unternehmen ist Sie ein sehr wichtiger Bestandteil des Geschäfts. Denn über die Marke werden Sie angesprochen, erkannt und erlebt. Wir beschäftigen uns in diesem Blog-Artikel damit, wann eine eigene Marke Sinn macht und wie man in einfachen Schritten eine einfache Marke entwickelt. Dabei möchten wir direkt vorab darauf hinweisen, dass dieser Artikel natürlich nur eine sehr einfache Version der Markenschöpfung schildert und man auch wesentlich mehr Zeit und Aufwand in die Erstellung der eigenen Marke investieren kann.

Wann macht eine Marke Sinn?

Wenn das eigene Geschäftsmodell darauf basiert, dass man als Onlinehändler seine Ware exklusiv über E-Commerce Plattformen wie eBay oder Amazon, dann ist ein Überleben auch ohne einen eigenen Markenauftritt möglich und sinnvoll – insbesondere dann, wenn man wenig emotionale Produkte oder Massenware im Niedrigpreis-Bereich verkauft.

Kommen allerdings Themen wie Kundenvertrauen, Wiederholungskäufe, Nischenmärkte oder stark emotionale Produkte hinzu, dann sieht die Situation schnell anders aus. Spätestens wenn man seinen eigenen Webshop aufbauen möchte, oder eigene Produktlinien anbietet, mit denen man sich von der Konkurrenz abheben möchte, sollte man sich Gedanken über eine eigene Marke machen.

Schritt 1: Kunden & Konkurrenz

Wie so häufig steht am Anfang mal wieder die Frage: Wer sind eigentlich Ihre Kunden? Wenn Sie sich hierzu noch keine Gedanken gemacht haben, dann empfehle ich Ihnen unseren Blogartikel zum Thema Personas als Einstieg. Die Personas helfen Ihnen Ihre Kunden besser zu verstehen und Ihre Marke auf die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Kunden auszurichten.

Darüber hinaus sollten Sie einen Blick auf Ihre Konkurrenten werfen. Hier können Sie sich beispielsweise positive Aspekte abschauen. Natürlich ist aber an erster Stelle wichtig, dass Sie sich erfolgreich von Ihrer Konkurrenz abgrenzen. Überlegen Sie sich also gut, was Sie anders oder besser anbieten können und richten Sie Ihre Marke darauf aus.

Schritt 2: Fokus & Markenpersönlichkeit

Ihre Marke sollte einen eindeutige Fokus haben – einen Markenkern. Ein guter Start dafür ist ein Mission Statement zu entwerfen. Dabei handelt es sich um die zentrale Aufgabe, die Sie sich und Ihrem Unternehmen geben. Ein sehr klares Mission Statement hat beispielsweise Amazon:

Wir wollen das kundenorientierteste Unternehmen der Welt sein, bei dem man alles finden kann, was man jemals online kaufen möchte – und das zu möglichst niedrigen Preisen.

Für den Anfang müssen Sie sich sicherlich nicht gleich eine Mission der gleichen Größe auferlegen. Es kann auch wesentlich einfacher sein – etwa:

Ich möchte meinen Kunden eleganten Schmuck für jeden Tag der Woche anbieten.

Ein gutes Mission Statement hilft Ihnen sich auf den Hauptzweck Ihres Unternehmens zu fokussieren. Ihre Marke sollte diesen Hauptzweck wiedergeben und emotionalisieren.

Um Ihre Marke weiter mit Leben zu füllen sollten Sie sich Gedanken über Ihre Markenpersönlichkeit machen. Am einfachsten geht das, indem Sie sich überlegen welche Adjektive Ihre Marke am besten beschreiben. Dabei kann es sogar helfen, dass Sie sich Ihre Marke als Person vorstellen und überlegen, wie diese Person am besten beschrieben werden kann. Als kleine Hilfe und Inspiration können Sie sich gerne ein paar Adjektive aus unserer Wort-Wolke nehmen:

Natürlich sollten Sie solche Adjektive wählen, die Ihre Kunden ansprechen und Ihre Produkte gut ergänzen. Für ein Modeunternehmen könnte zum Beispiel “elegant” eine gute Wahl sein. Wenn Sie Technik verkaufen, dann ist vielleicht “kompetent” eine gute Wahl.

Schreiben Sie sich bei dieser Übung auch nicht zu viel auf die eigene Fahne. Wählen Sie lieber drei Eigenschaften, die wirklich im Fokus stehen. Wenn Sie zu viel gleichzeitig wollen, dann verwässern Sie Ihre Marke.

Schritt 3: Name & Logo

Der Name muss in kurzer Form die Gedanken und Eigenschaften zusammenfassen, die Sie bis hierhin entwickelt haben. Das ist nicht immer einfach. Deshalb haben wir einige Ansätze für Sie, mit denen auch große und bekannte Firmen starke Markennamen hervorgebracht haben:

  • Beschreiben Sie mit Ihrem Namen was Sie tun (Beispiel: Kaufhof)
  • Bilden Sie Ihre eigene Wortschöpfung (Beispiel: Pepsi Cola)
  • Verändern Sie ein bestehendes Wort (Beispiel: Fanta – abgeleitet von fantastisch)
  • Verwenden Sie Initialien eines eigentlich längeren Namens (Beispiel: BMW)

Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten einen guten Markennamen zu entwickeln. Letztendlich sind der eigenen Kreativität hier keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass Sie sich mit dem Namen eindeutig von Ihrer Konkurrenz absetzen und Ihre Mission und Werte wiedergeben. Bitte vergessen Sie auch nicht zu prüfen, ob die gewählte Marke nicht bereits vergeben ist. Im Notfall hilft bei Fragen hier auch ein kompetenter Markenrechtsanwalt.

Im nächsten Schritt wählen Sie die Farben für Ihre Marke. Hier sollten Sie sich auf maximal zwei Hauptfarben begrenzen. Da Farben oft auch mit Emotionen verbunden werden müssen Sie bei der Auswahl darauf achten, dass die Farben auch Ihre Mission und Ihre Markenpersönlichkeit wiedergeben. Eine schöne Übersicht welche Farben meist mit welchen Emotionen verbunden werden gibt Ihnen dieser Artikel auf shutterstock.com.

Wenn Sie die passenden Farben gewählt haben, dann geht es an die Entwicklung des Logos für Ihre neue Marke. Die Klassiker sind das Bildicon, oder die Wortmarke, bei der ein schöner Schriftzug ohne weitere Verzierungen Ihr Unternehmen repräsentiert.

Wenn Sie in Sachen Logo-Design alleine starten wollen, dann gibt es online viele kostenlose Tools zu finden. Allerdings empfehlen wir Ihnen lieber mit einem professionellen Logo Designer Kontakt aufzunehmen. Auf Plattformen wie Fiverr finden Sie Profis, die schon für wenig Geld schöne Logos erstellen. Stellen Sie dem Designer einfach Ihre Ideen und Gedanken, die Sie bis hierhin entwickelt haben, zur Verfügung und er sollte in der Lage sein einen passenden Logo-Vorschlag zu machen.

Schritt 4: Anwenden & Leben

Herzlichen Glückwunsch. Wenn Sie bis hierhin alle Schritte verfolgt haben, dann haben Sie jetzt Ihre eigene einfache Marke erstellt. Damit ist die Arbeit allerdings nicht vorbei. Eine Marke muss gelebt und gepflegt werden.

Der erste Schritt ist hier Logo und Farben an den angebrachten Stellen zu platzieren – zum Beispiel auf Ihrer Website, im Shop, ggf auf eBay und Amazon, auf dem Firmenbriefpapier und an anderen möglichen Stellen, an denen Sie mit dem Kunden in Kontakt treten.

Denken Sie auch bei der Platzierung an Ihre Markenpersönlichkeit. Wenn Ihre Marke eher familiär und ruhig gehalten ist, dann sollten Sie nicht alles aggressiv mit Ihrem Logo und knalligen Farben versehen. Bei einer dynamischen Sportmarke kann die Platzierung dafür wieder auffälliger sein.

Neben dem optischen Auftreten Ihrer Marke muss diese natürlich auch im Unternehmensalltag gelebt werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass Sie darauf achten sollten wie Sie mit Kunden sprechen, E-Mails schreiben und anderweitig kommunizieren. Auch hier sollte sich Ihre Markenpersönlichkeit widerspiegeln. So kann ein verspielter Kindermode-Anbieter seine Kunden sicherlich unkompliziert duzen, während ein Werkzeughändler mit Fokus auf Kompetenz eher das “Sie” wählen sollte.

Darüber hinaus muss eine Marke natürlich auch weiter entwickelt werden. Zum einen sollte das geschehen, wenn Sie merken wie Ihre Kunden auf die Marke reagieren. Manchmal wird die Marke nicht komplett angenommen. Dann macht es Sinn kleinere Veränderungen daran vorzunehmen. Zum Anderen verändern sich auch Ihre Kunden und Produkte im Laufe der Zeit. Diese Veränderungen erfordern dann auch eine Anpassung Ihrer Marke.

Fazit

Nicht jeder Onlinehändler benötigt seine eigene Marke. Wer sich allerdings von den großen Verkaufsplattformen wie Amazon und eBay ein Stück weit unabhängig machen möchte, indem er zum Beispiel einen eigenen Webshop aufsetzt, der sollte sich unbedingt Gedanken zu seiner Marke machen. Wenn Sie den Schritten in diesem Artikel folgen, dann haben Sie eine gute Basis für Ihre einfache erste Marke, die Sie dann weiterentwickeln können. Wir empfehlen darüber hinaus aber auch dringend nicht nur die Schritte dieses Artikels zu befolgen, da wir hier nur eine sehr einfache Übersicht zur Schöpfung einer Marke geben. Online und bei entsprechenden Spezialisten können Sie noch viele weitere Informationen zum Thema Brandbuilding einholen.

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