Für jeden Shop Betreiber kommt irgendwann der Zeitpunkt, zu dem man feststellt, dass ein Shop Umzug ansteht. Die Ursache kann sein, dass man schlichtweg aus dem bestehenden Shopsystem herauswächst oder die Software einfach nicht mehr den aktuellen Standards entspricht. Im Folgenden teilen wir die aus unserer Sicht wichtigsten Schritte in der Planung des Wechsels.

1. Shopsystem mit Bedacht wählen

Häufig steht bei einem Shop Umzug zunächst die Analyse, dass das bestehende System den gewachsenen Anforderungen nicht mehr Stand hält. Damit eröffnet sich die Frage welches System den Status Quo ablösen soll.

Die Auswahl an Shopsystemen ist groß und relativ unübersichtlich. Daher empfiehlt es sich meistens den Kreis der sinnvollen Optionen einzuschränken, bevor man einzelne Systeme tiefergehend betrachtet. Dieses Eingrenzen ist bereits hoch individuell. Daher können wir nur einige Fragen teilen, die man sich stellen kann, um eine solche Eingrenzung vorzunehmen:

  • Möchte ich eine SaaS oder eine On-Premise Lösung?
  • Wie viel Traffic und Umsatz soll über den Shop laufen?
  • Sind meine firmeninterne Prozesse mit den Standardabläufen in einem Shopsystem kompatibel?
  • Mit welchen Shopsystemen kann auch meine hauseigene IT arbeiten?
  • Welche besonderen Features müssen integrierbar sein?
  • Gibt es passende Partner, die mich bei der Umsetzung und im Fall von Fragen unterstützen können?
  • Wie aufwändig darf Setup und Wartung sein?

Unabhängig von der Systemwahl lohnt es sich fast immer eine Testinstallation vorzunehmen oder einen Testzugang einzuholen, um das jeweilige Shopsystem kennenzulernen. Vorab sollte man sich genau überlegen welche Funktionalitäten der neue Shop anbieten soll. Dann kann man prüfen, ob diese abgedeckt sind, oder über Erweiterungen wie Plugins und Apps hinzu gebucht werden können. Gegebenen Falles lohnt es sich dafür einen oder mehrere Partner ins Boot zu holen, die sich mit dem jeweiligen Shopsystem auskennen und erläutern können, wie man die Herausforderungen in der jeweiligen Software löst.

2. Struktur von Artikeln & Kategorien überdenken

Ein Shop Umzug ist auch eine gute Gelegenheit um über den Aufbau der Artikel und deren Kategorisierung nachzudenken. Häufig wird die Kategorisierung der Artikel stark aus der internen Perspektive gedacht. Dabei kommt dann zu kurz, ob der Endkunde diese Sortierung auch nachvollziehen kann. Nur wenn das der Fall ist findet der Kunde die Produkte auch gut über die Kategorien. Im Zweifel ergibt es also Sinn die interne Kategorisierung und die Darstellung im Shop voneinander abweichen zu lassen.

3. Unnütze Altlasten von Bord schmeißen

Im bestehenden Shop wurde in der Regel viel experimentiert und teilweise Features eingebaut, die nie wirklich gezündet haben. Ein Systemwechsel ist der perfekte Zeitpunkt um zu prüfen welche Features aktiv genutzt wurden und welche gegebenen Falles eben nicht benötigt werden. Das spart nicht nur Zeit und Aufwand, sondern verbessert vielleicht sogar die User Experience der Kunden.

4. Komplexe Daten außerhalb des Shops sammeln (ERP / PIM)

Ein Shopsystem ist nur eingeschränkt für das Thema Datenpflege geeignet. Gerade bei komplexen Produkten sollte gut überlegt sein, ob man die Daten einfach aus dem Shop umzieht, oder sich mit Hilfe eines ERP oder PIM Systems eine vom Shopsystem unabhängige Speicherstelle für diese Informationen anschafft. Spätestens wenn man diese nämlich für andere Kanäle verwenden möchte freut man sich darüber dass man die Informationen gut strukturiert und zentral verwaltet.

5. Suchmaschinenranking sichern

Viele Anbieter und selbst Experten übersehen beim Thema Shop Umzug (aber auch bei Website Umzügen), dass dies massive Auswirkungen auf das Suchmaschinenranking haben kann: Durch die Veränderungen am Shop erkennt Google (stark vereinfacht gesprochen) die Seite nicht wieder. Ein entsprechender Rankingverlust ist die Folge und kann zu Einbrüchen in den Besucherzahlen führen.

Natürlich gibt es Maßnahmen, die dabei helfen diesem Rankingverlust vorzubeugen. Dazu gehört z.B. die Einrichtung sinnvoller Weiterleitungen, aber auch darauf zu achten, dass man die Shop Struktur nur soweit wie nötig verändert. Wer hier vor dem Shopumzug keine Strategie entwickelt verliert aber schnell wertvolle Platzierungen in der Google Suche.

6. Webshop verbessern

Als letzten Punkt sollte man natürlich nicht vergessen den Shop auch weiter zu entwickeln, wenn man die Chance dazu hat. Dabei orientiert man sich am besten an gesammeltem Kundenfeedback und Analytics Daten des bestehenden Shops: was funktioniert gut und kann ausgebaut werden? Wo sind gegebenen Falles noch Schwachstellen, oder Hürden vor dem Kauf, die abgebaut werden können. Auch bei Performance Themen wie Ladezeiten möchte man natürlich keinen Rückschritt machen, sondern sich eher verbessern.

 

Fazit

Ein Shop Umzug ist kein einfaches Projekt und sollte gut geplant werden. Wenn man die Herausforderung annimmt und ordentlich plant wird der Umzug nicht nur zu irgend einem Projekt, sondern zu einer maßgeblichen Verbesserung sowohl für die internen Prozesse, als auch für die Endkunden, die über den Shop einkaufen.

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