In den vergangenen Monaten haben wir uns bereits mit den Vorteilen agiler Methoden, sowie dem Scrum Framework auseinandergesetzt. Das zweite große agile Framework ist die Kanban Methode.

Der Begriff Kanban kommt aus dem japanischen und bedeutet soviel wie Signalkarte. Der Ursprung des Frameworks liegt nämlich beim Autohersteller Toyota, der mit Kanban Mitte des 20. Jahrhunderts begann seine Produktionsprozess zu optimieren. Um auch in IT-Projekten eingesetzt werden zu können wurde das Framework natürlich angepasst, aber im Kern befinden sich viele Ideen, die auch Toyota zum Erfolg verholfen haben.

Das allgemeine Ziel von Kanban ist die Visualisierung und das Einführen von klaren Strukturen, um die Übersicht über Projekte und Prozesse zu wahren. So können auch Engpässe und Potenziale für Verbesserungen entdeckt werden.

Kanban Regeln

Im Kanban Framework gibt es klare Regeln, die für Struktur Sorgen und damit zum Erreichen der Ziele beitragen.

Kanban Regel 1: Visualisieren

Um eine Übersicht zu gewinnen ist der erste Schritt das Projekt zu visualisieren. Dafür gibt es das wichtigste Instrument im Kanban Framework: das Kanban Board. Dabei handelt es sich im Kern um eine Tabelle mit mindestens den folgenden drei Spalten:

  1. Aufgaben (ToDo)
  2. In Bearbeitung (Doing)
  3. Erledigt (Done)

In der klassischen Ausführung ist das Kanban Board tatsächlich eine Wand, oder Tafel, auf der die Aufgaben mittels Klebezetteln eingetragen werden. Auf den Klebezetteln stehen wiederum die im Projekt anfallenden Aufgaben mit einer detaillierten Beschreibung und allen weiteren Informationen. Die Klebezettel wandern dann von links nach rechts über das Kanban Board, bis Sie als erledigt eingestuft und archiviert werden.

Da ein physisches Board erfordert, dass das gesamte Team sich an einem Ort befindet, erfreuen sich heute übrigens auch digitale Boards wie Beispielsweise das Tool Trello großer Beliebtheit.

Kanban Regel 2: Begrenzen

Damit kein Chaos entsteht muss klar definitiert werden, wie viele Aufgaben sich zu einem Zeitpunkt in einer der Spalten des Kanban Board befinden dürfen.

Kanban Regel 3: Messen & Steuern

Es ist wichtig Kennzahlen, wie die Warteschlange, oder die Verweildauer der Aufgaben in den einzelnen Spalten messen. So erkennt man Engpässe und kann die Begrenzung der einzelnen Spalten ganz nach Bedarf erhöhen und senken.

Kanban Regel 4: Klären

Damit es zu keinen Missverständnissen oder Fehlern kommt, muss allen Beteiligten ein einheitliches Verständnis von Begriffen und Prozessen vorliegen. Zum Beispiel muss genau geklärt sein, welche Punkte zutreffen müssen, damit eine Aufgabe als erledigt gilt.

Kanban Regel 5: Verbessern

Wie bereits erwähnt ist ein wichtiges Ziel von Kanban die kontinuierliche Verbesserung durch Einsatz der Regeln und Instrumente, um Bearbeitungszeiten und die Ergebnisse immer weiter zu optimieren. Dabei ist übrigens auch wichtig, dass alle Beteiligten unabhängig Ihres Ranges in der Firma Probleme und Ideen offen ansprechen können. Dies führt automatisch zu flacheren Hierarchien und mehr Verantwortung für die Mitarbeiter.

Kanban Modifikationen

Kanban ist ein sehr flexibles Framework. Daher kann auch das Kanban Board ganz auf den individuellen Bedarf angepasst werden.

So kann es beispielsweise sinnvoll sein, die Anzahl der Spalten des Boards zu erhöhen. Das ist besonders praktisch, wenn es klare Freigabe-Prozesse oder unterschiedliche Bearbeitungsstufen im Projekt gibt, die so besser veranschaulicht werden können.

Eine weitere beliebte Methode ist das Einsetzen von unterschiedlich eingefärbten Klebezetteln. So kann zum Beispiel markiert werden, welche Aufgabe welcher Abteilung zufällt, oder ob es sich um kritische oder optionale Aufgaben handelt.

Das Kanban Board als Instrument kann übrigens auch sehr flexibel in anderen Situationen eingesetzt werden, um eine bessere Übersicht zu erhalten. Im Scrum Framework kann man mit einem Kanban Board zum Beispiel Backlog und Sprint-Inhalte vortrefflich visualisieren.

Kanban: Unterschied zu Scrum

Oft wird die Frage nach dem Unterschied zwischen Kanban und Scrum gestellt. Aber schon daran, dass das Kanban Board eine gute Ergänzung zum Scrum Framework darstellt, kann man erkennen, dass Scrum und Kanban keine gegensätzlichen Methoden darstellen. Vielmehr beschäftigen sich die beiden Frameworks mit unterschiedlichen Aspekten eines Projektes: Während Scrum vor Allem die Zusammenarbeit des Projektteams regelt, beschäftigt sich Kanban damit die Übersicht über ein Projekt zu wahren und Optimierungspotenziale aufzudecken.

Fazit zu Kanban

Kanban ist ein einfaches aber effektives Framework mit dem man Projekte und Prozesse visualisieren, kontrollieren und steuern kann. Aufgrund seiner Flexibilität kann Kanban auch andere Methoden und Frameworks wie beispielsweise Scrum ergänzen und klaren Mehrwert liefern.

Da der Einstieg ohne große Hürden möglich ist, können wir jedem raten Kanban einmal selbst im eigenen Unternehmen auszuprobieren. Wir bei Pixelsafari nutzen Kanban übrigens sowohl in Kundenprojekten, als auch intern, um eine klare Übersicht herzustellen und uns laufend zu verbessern. Gerne unterstützen wir auch Sie bei der Einführung von Kanban. Sprechen Sie uns einfach darauf an!